Christian Friedrich Richter erläutert in seinem über 1.000 Seiten umfassenden Hauptwerk das pietistische Medizinverständnis: Zwischen Körper und Seele besteht ein unmittelbarer, unauflöslicher Zusammenhang. War diese Verbindung durch Affekte oder sündhaftes Verhalten gestört, wurde der Mensch krank.
Basis des von Richter gesammelten medizinischen Wissens zu den verschiedensten Krankheiten, Symptomen und Behandlungen war die Annahme, dass nur die Aussöhnung mit Gott zu wahrer Heilung und Gesundung führe. Die Veröffentlichung in mehreren Auflagen auf Deutsch führte zu einer enormen Popularisierung medizinischen Wissens. Richter gab mit seinem Werk den Menschen die Möglichkeit an die Hand, sich in Notsituationen auch selbst behandeln zu können. Er befähigte aber auch dazu, die Behandlung durch einen Arzt zu beurteilen und stärkte damit die Mündigkeit der Patientinnen und Patienten.


![Titelblatt, in: Christian Friedrich Richter: Die höchst=nöthige Erkenntnis des Menschen, sonderlich nach dem Leibe und natürlichem Leben, oder ein deutlicher Unterricht, von der Gesundheit und deren Erhaltung […]. 3. Vermehrte Ausgabe Leipzig: selbstverlag: Gleditsch, 1710; Halle, Franckesche Stiftungen](fileadmin/_processed_file_storage/e/6/csm_hoechstnoetige-erkenntnis_ca05627b87.jpg)














